Achtsamkeit Übungen Glücklichsein Wirkung , Psychologie

Achtsamkeit – Übungen zum Glücklichsein

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Achtsamkeit – das Trainingsprogramm zum Glücklichsein?

Bist Du achtsam im Hier und Jetzt?

Kannst Du Dich noch daran erinnern, wie gut heute Morgen der Kaffee geschmeckt hat? Oder wie erfrischend sich die Wassertropfen auf Deiner Haut angefühlt haben, als Du geduscht hast?

Oft nehmen wir diese vielen kleinen Glücksmomente des Alltags gar nicht bewusst wahr. Die meisten Menschen sind nämlich bereits nach dem Aufstehen im Autopilotmodus und bekommen gar nicht mit, was unmittelbar jeden Moment um sie herum passiert.

Das liegt an dem permanenten Gedankenstrom, auch wandering mind genannt, der pro Tag zwischen 40.000 und 60.000 Gedanken umfasst und der uns, sobald wir Kaffee trinken oder unter der Dusche stehen, bereits gedanklich durch die nächsten Termine des Tages hetzen lässt. Oder uns daran erinnert, was wir am gestrigen Tag versäumt haben. Wenn wir über die Straße laufen, haben wir schon wieder die Einkaufsliste im Kopf, und sobald wir im Auto sitzen, denken wir daran, was wir am Abend unbedingt noch zu erledigen haben.

Die allermeisten dieser Gedanken beschäftigen sich mit der Vergangenheit oder mit der Zukunft und sie tun uns nicht gut. Sie sind wie eine rasende Affenhorde, die uns daran hindert, im Hier und Jetzt zu sein und einfach nur die Geschenke zu genießen, die uns das Leben in diesem Moment vor die Füße legt.

Solange wir uns diesem Gedankenstrom ausgesetzt fühlen, ist Entspannung unmöglich. Das ist auch der Grund, warum viele Menschen nicht gut abschalten können, selbst wenn sie gerade ein teures Wellnesswochenende gebucht haben. Allzu oft will sich dann das erhoffte Glücksgefühl einfach nicht einstellen. Weil wir es einfach nicht schaffen diesen Gedankenstrom loszulassen.

Glück und Zufriedenheit fangen nämlich nicht im Außen an, sondern im eigenen Kopf. Und um wirklich dauerhaft mit sich selbst im Reinen zu sein, braucht es weniger, als man vielleicht vermuten würde.

Achtsamkeit – befreit vom Gedankenstrom

Achtsamkeit ist eine wirkungsvolle Methode, die dazu beiträgt, den wandering mind zu unterbrechen. Achtsamkeit ist eine spezielle Form von Aufmerksamkeit - man könnte auch sagen, eine besondere Qualität unseres Bewusstseins. Es handelt sich um eine psychische Technik, mit der prinzipiell jeder Mensch seinen Geist und seine Gesundheit beeinflussen kann. Dadurch, dass die Aufmerksamkeit auf besondere Weise fokussiert wird.

Achtsamkeitstechniken wie beispielsweise die Meditation finden sich in den verschiedensten Traditionen und Kulturen des Ostens und des Westens, sie stammen aus dem Buddhismus ebenso wie aus der Neurologie, der Psychotherapie oder dem Coaching. Achtsamkeitsübungen müssen daher nicht vor einem religiösen oder spirituellen Hintergrund stattfinden – man kann sie auch als Mentaltraining nutzen.

Ein großes Missverständnis des modernen westlichen Menschen besteht darin, das Ich und seine Gedanken als eine untrennbare Einheit zu empfinden. Wenn wir davon überzeugt sind, dass unsere Gedanken zu unserem Ich gehören, dann können wir uns davon auch nicht distanzieren, selbst wenn sie das Wohlbefinden negativ beeinflussen. Das hat zur Folge, dass wir uns der rasenden Affenhorde in unserem Kopf immer ausgeliefert fühlen.

Achtsamkeitsübungen befreien vom Gedankenstrom. Wer regelmäßig meditiert, stellt damit einen gewissen Abstand zu sich selbst bzw. zu den Gedanken her, um dann die eigenen Gedanken und das eigene Verhalten aus der Sicht eines inneren Beobachters wahrnehmen zu können. Jeder Meditierende erkennt irgendwann, dass er nicht identisch mit seinen Gedanken ist. Sie mögen zwar vorhanden sein, aber sie haben keinen Einfluss mehr auf die Befindlichkeit. Erst dieser nötige Abstand ermöglicht es, wirklich in Kontakt zu sein mit allem, was jetzt im Moment in uns selbst und im Außen passiert: mit unseren Gefühlen, mit unserem Körper und mit dem, was uns umgibt.

Wer regelmäßige Achtsamkeitstechniken anwendet, erreicht ein klares Bewusstsein, welches es ermöglicht, sämtliche Erfahrungen im Hier und Jetzt ohne gedankliche Bewertung zuzulassen. Das ist tatsächlich so, als ob man ein anderes Betriebssystem nutzen würde. Unser Verstand funktioniert nur auf der Basis kognitiver Prozesse. Er kennt nichts anderes. Erst dieses zweite, mentale Betriebssystem ermöglicht einen Zugang zum eigenen Wesenskern - unserem Selbst. Dort ist auch der Sitz unserer Intuition, unserem inneren Kompass, der rein kognitiv nur schwer zugänglich ist.

Die Nutzung des mentalen Betriebssystems setzt ein unermessliches Potenzial frei, welches in jedem Menschen schlummert und doch nur zu einem Bruchteil genutzt wird: Hier, tief im Inneren, liegt die Quelle unseres Glücks, unserer Zufriedenheit und unserer Kreativität.

Wie wirken Achtsamkeitsübungen

Die Wirksamkeit von Meditation wurde in den letzten Jahren durch zahlreiche wissenschaftliche Studien nachgewiesen. Es gilt heute als gesichert, dass regelmäßiges Meditieren die Architektur des Gehirns verändert. Das Wachstum von Hirnstrukturen ist abhängig vom Grad ihrer Nutzung, d.h. jede Wiederholung einer Tätigkeit führt dazu, dass die entsprechenden Hirnstrukturen wachsen. Man kann sich das wie ein großes Straßennetz vorstellen: alle Strecken, die häufig benutzt werden, werden im Laufe der Zeit immer weiter ausgebaut und noch intensiver befahren, während die ungenutzten Nebenpfade nach und nach verkümmern.

Unser Gehirn ist also ein Trainingsorgan und somit lebenslang in der Lage, sich zu verändern. Man nennt diese Fähigkeit auch Neuroplastizität.

Damit haben wir immer auch eigenverantwortlich die Möglichkeit, etwas für unser Wohlbefinden und unsere Lebensqualität zu tun. Das Werkzeug hierzu heißt Achtsamkeit.

Wie Achtsamkeit das Gehirn verändert:

Wissenschaftler der Technischen Universität Chemnitz und der University of British Columbia fanden im Jahr 2011 heraus, dass regelmäßiges Meditieren mindestens acht verschiedene Hirnbereiche verändert.

In einer US-amerikanischen Untersuchung der Harvard Psychologin Sara Lazar wurde festgestellt, dass die Hirnrinde meditierender Personen bis zu fünf Prozent dicker ist als die von Personen, die nicht meditieren. Außerdem befanden sich in jenen Hirnarealen, die Aufmerksamkeit und Sinneswahrnehmungen steuern, wesentlich mehr neuronale Verknüpfungen. Am auffälligsten waren diese Veränderungen bei älteren Menschen, die meditierten. Es liegt nahe, dass Meditation eine Ausdünnung der Hirnrinde verhindert und somit den Alterungsprozess verzögert.

Jene Areale, die mit Aufmerksamkeit und Gedächtnis, Motivation und Belohnung, Selbstwahrnehmung, Körperbewusstsein, Schmerztoleranz und Emotionskontrolle zu tun haben, werden bei meditierenden Menschen besonders intensiv genutzt.

Auch konnte man feststellen, dass Menschen, die regelmäßig meditieren, sich weniger ablenken lassen und eher dazu fähig sind, aus Erfahrungen zu lernen. Achtsamkeit verbessert also die Fähigkeit, in unsicheren, sich rasch verändernden Situationen gute Entscheidungen zu treffen. Somit fördert Achtsamkeit eine der wichtigsten Schlüsselkompetenzen unserer Zeit.

Achtsamkeit wirkt sich zudem positiv auf die Resilienz, also die psychische Widerstandsfähigkeit, aus. Meditation verändert außerdem die Struktur des Hippocampus, jener Hirnregion, die unser Gedächtnis und unsere Emotionen steuert. In einer deutsch-amerikanischen Studie absolvierten 24 unter Stress stehende Versuchspersonen ein achtwöchiges Meditationstraining. Noch lange nach der Schulung fühlten sich die Teilnehmer entspannter und weniger gestresst. Und nicht nur das - ihre Gehirnfunktionen hatten sich ebenfalls nachhaltig verändert, was anhand der Gehirnströme noch vier Monate nach dem Training nachweisbar war. Durch Achtsamkeitsübungen lassen sich Gelassenheit und Ausgeglichenheit offenbar ebenso trainieren wie Jonglieren oder Geige spielen.

Achtsamkeit ist also sehr viel mehr als nur eine Entspannungsmethode.

Es lohnt sich, entsprechende Übungen in den eigenen Alltag einzubauen. Dadurch trainieren wir unser Gehirn und sind in der Lage, unsere Emotionen zu regulieren und gute Entscheidungen zu treffen. Stress tritt seltener auf und das Immunsystem wird gestärkt. Doch Achtsamkeit vermag noch mehr: Wer bewusst achtsam lebt, wird sehr bald feststellen, dass sich die gesamte Lebenseinstellung verändert. Meist passiert das ganz allmählich – das Trainingsprogramm Achtsamkeit ist ein stetiger Lernprozess, der, sobald er einmal gestartet wurde, nicht mehr umkehrbar ist.

Achtsamkeit als Schlüssel zum Glücklichsein

Viele Menschen stellen sehr bald fest, dass sie die Empfindung von Glück und das Gefühl der Lebensfreude nicht mehr von äußeren Bedingungen abhängig machen. Wir betrachten Glücklichsein ja häufig als einen Zustand, welcher sich einstellt, wenn gewisse Bedingungen im Außen erfüllt sind – also z.B. „Ich bin nur glücklich, wenn…“ bzw. „Ich bin nur glücklich, weil…“

Die Ursache seines Glücks außerhalb von sich selbst zu suchen ist jedoch das beste Rezept für dauerhafte Unzufriedenheit.

 

Achtsamkeit lässt uns erkennen, dass Glücklichsein nicht das Ziel, sondern der Weg ist.

Der Geist beruhigt sich und wird klar und stabil. Das Gefühl, von den ständig kreisenden Gedanken aufgefressen werden, verschwindet allmählich. Menschen, die achtsam leben, können mit psychischen Belastungen, Krisen und Stresssituationen souveräner umgehen. Sie entwickeln mehr Stabilität und Lebensfreude und können diese auch in schwierigen Situationen beibehalten.

Allmählich verändert sich auch die Haltung sich selbst gegenüber: Achtsamkeit führt zu mehr Selbstannahme und Selbstakzeptanz. Wir gehen mit uns selbst geduldiger und liebevoller um, alte Ängste verschwinden, wir werden mutiger und entwickeln eine positive Einstellung dem Leben gegenüber.

Achtsame Menschen haben ein klares Bild von sich selbst und ihrem Leben, sie finden Zugang zu ihren Ressourcen und sind in der Lage, selbstgesteckte Grenzen zu erweitern.

Negative Emotionen werden angenommen und transformiert, d.h. in sinnvolle Kanäle umgeleitet.

Wer damit begonnen hat, mit sich selbst liebevoller umzugehen, reagiert auch anderen Menschen gegenüber achtsamer und verständnisvoller, ist aber auch in der Lage, selbstbewusst Grenzen zu setzen.

Ein glückliches, selbstbestimmtes Leben zu führen – jeder kann das erlernen. Alles, was es dazu braucht, ist die bewusste Entscheidung dafür, es auch zu wollen.

Und ein wichtiger Baustein auf diesem Weg ist Achtsamkeit!

 

Über mich:

Ekram Bsiri

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Eigentlich wollen wir doch alle nur glücklich sein! So banal das klingt, ist die große Suche nach dem Glück eine, die Orientierung braucht. Als Psychologin & Coach unterstütze ich Dich dabei weiter auf Glückskurs zu bleiben... Zu akzeptieren wer Du bist und so zu werden wie Du es Dir immer erträumt hast, damit Du ein zufiredenes, glückliches und erfülltes Leben führst.

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